6. Semester

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Das 6. Semester war in mancher Hinsicht besonders. Vor allem beinhaltete es nur drei Fächer und damit auch nur drei Klausuren. Wer sich auf den nächsten Klausurmarathon eingestellt hat, kann also aufatmen. Naturgemäß waren zwei der Klausuren inhaltlich so umfangreich, dass es sinnvoll ist, beizeiten mit der Vorbereitung zu beginnen.

Der Artikel basiert auf meinen Erfahrungen aus dem Sommersemester 2022. Meine Infos und Ratschläge sind inzwischen teilweise überholt, bieten aber trotzdem eine gute Orientierung. Bitte haltet euch primär an die aktuellen Aushänge bzw. die Infos eurer Dozenten und verlasst euch nicht einfach auf meinen Erfahrungsbericht.

Allgemeine & spezielle Pharmakologie

Die Pharmakologie ist ein Fachgebiet von entscheidender Bedeutung – egal ob im weiteren Studium oder später im Berufsalltag, um Medikamente kommt man als Mediziner nicht herum.

Das Fach umfasst einerseits eine Vorlesung, die Medikamente nach Stoffgruppen geordnet abhandelt und andererseits den Seminarkurs, der Medikamente anhand von Krankheitsbildern thematisiert. Die Vorlesung habe ich via Notion aufgearbeitet und im Kurs digital auf den Folien mitgeschrieben.

Nun stand ich vor der Mammutaufgabe eine Unmenge an Medikamenten und Therapieschemata zu lernen. Hierfür bot sich das digitale Karteikartensystem Anki zwar an, jedoch erwies sich der Zeitaufwand als problematisch. Schließlich muss man für jede einzelne Stoffgruppe eine Karte zusammenstellen und am Ende alle Karten auch noch lernen. Deshalb habe ich mir die Arbeit mit zwei Kommilitoninnen geteilt. Eine Lerngruppe aus guten zuverlässigen Freunden ist und bleibt das Wichtigste im gesamten Studium.

Zwei Tipps für die Karteikartennutzer unter euch:

  1. Man sollte nur eine Karte pro Stoffgruppe machen. Wenn ihr für jede Einzelsubstanz eine gesonderte Karte machen wollt, dann geht ihr in der schieren Kartenmenge unter.
  2. In der Kopfzeile der Karte sollte ein Hinweis stehen, wie viele Infos ihr pro Kategorie wissen müsst.
    ACE-Inhibitoren 2 (WM 1; W 3; UAW 2; WW 2)
    So lautet beispielsweise die Kopfzeile der Karte über ACE-Inhibitoren. Die Zwei dahinter sagt mir, dass auf der Karte zwei Beispielsubstanzen stehen. Der Rest erklärt sich folgendermaßen: ein Wirkmechanismus, drei Wirkungen, zwei unerwünschte Arzneimittelwirkungen bzw. Nebenwirkungen und zwei Wechselwirkungen. Mit dieser Methode wisst ihr beim Abfragen genau, ob ihr alle Infos wisst oder nochmal überlegen müsst, bevor ihr die Karte umdreht.

Hier eine kurze Übersicht zu unserem Anki-Kartentyp:

Die Karten beinhalten folgende Felder:

Benutzeroberfläche von Anki1

Die Vorderseite zeigt nur die Stoffgruppe bzw. Kopfzeile:

Benutzeroberfläche von Anki1

Die Rückseite zeigt alle Felder:

Benutzeroberfläche von Anki1

Die Informationen für die Karten haben wir aus der Wirkstoffliste und den Vorlesungs- bzw. Kursfolien genommen und teils mit Internetrecherche ergänzt. Zusätzlich habe ich viel gekreuzt und mit den Kursfolien gelernt. Die Klausur selbst empfand ich als fair und gut machbar.

Die gesamte Stoffmenge ist enorm, aber ihr habt genug Zeit zur Vorbereitung. Für mich war wichtig, schnell ein passendes System zu finden und frühzeitig mit Lernen anzufangen.

Mikrobiologie, Virologie, Immunologie, Hygiene

Dieses Fächerquartett bildete neben Pharmakologie den zweiten großen Block und setzte sich aus Vorlesung und Praktikum zusammen.

Beim Praktikum gab es zwar Antestate, die wurden aber mehr als kollektive Wiederholungen ausgelegt, sodass keiner durchfiel. Generell herrschte im Praktikum eine angenehme Atmosphäre und die Themen waren praxisnah und einprägsam aufbereitet.

Zur Vorbereitung auf die Klausur habe ich die Vorlesung via Notion aufgearbeitet und exzessiv gekreuzt. Die Repetitorien kann ich sehr empfehlen, auch wenn ihr sonst keine Vorlesungen besucht.

Nebenher habe ich viele eigene Übersichten erstellt oder die von Amboss genutzt. Sowohl in Mikrobiologie als auch in Pharmakologie kommt es darauf an, die Materie zu verstehen und den Überblick zu behalten. Wenn ihr Systematiken und Zusammenhänge begriffen habt, dann fällt das Auswendiglernen so viel leichter.

POL 1 – Infektiologie und Immunologie

POL steht für problemorientiertes Lernen. Dieser Veranstaltungsblog fand nach Pharmakologie und Mikrobiologie vor den Sommerferien statt.

Das Kernstück des POL-Konzepts bilden die Tutorien. Hier geht es darum in einer Gruppe verschiedene Fälle zu bearbeiten, praktische Entscheidungen zu treffen und wissenschaftliches Arbeiten zu lernen. Euer Tutor wird eine Person aus einem anderen medizinischen Bereich sein. Seine/Ihre Aufgabe ist es, die Rahmenbedingungen für die Gruppenarbeit zu gewährleisten, aber nicht inhaltlich einzugreifen. Unabhängig von euren Kursgruppen werdet ihr für POL in andere Gruppen zusammengewürfelt. Damit sollen vorbestehende Muster und Gruppendynamiken vermieden werden.

Alles in allem ist das POL-Konzept wirklich spannend und abwechslungsreich, wenn man sich einmal darauf einlässt. Es ist sicherlich ein wenig Glückssache, wer mit euch in der Gruppe ist, aber die meisten Kommilitonen sind nett und wollen genauso dazulernen wie ihr. Also traut euch und arbeitet aktiv in der Gruppe mit.

Zudem gibt es eine begleitende Vorlesungsreihe und einige Praktika. Die Klausur war für mich die Einfachste im gesamten Studium. Vorbereiten muss man sich natürlich, aber schlaflose Nächte sind hier fehl am Platz.

Wenn ihr mit POL 1 fertig seid, habt ihr schon die Halbzeit im Medizinstudium erreicht. Auch für die kommenden Semester wird es Beiträge auf dem Blog geben. Falls ihr Fragen habt oder euch bestimmte Themen wünscht, dann schreibt mir gerne.

Frédéric

Literaturverzeichnis:
1        Ich mache mir Design und Funktionalität aus den Screenshots nicht zu eigen. Sie dienen nur der Veranschaulichung und Vorstellung der Open Source Software Anki, welche von Damien Elmes, Ankitects Pty Ltd. geschrieben wurde.

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